Wie kam ein Cocktail dazu, Cocktail genannt zu werden?

Am 13. Mai 1806 beantwortete das Balance and Columbian Repository of Hudson, New York, die Frage eines Lesers nach der Natur eines Cocktails: „Der Cocktail ist ein anregender Likör, der aus Spirituosen aller Art, Zucker, Wasser und Bitterstoffen besteht – vulgär wird er als Bitterschleuder bezeichnet.“ Der Cocktail war geboren, er war definiert, und doch kann er in der Bevölkerung nicht sehr bekannt gewesen sein, sonst hätte die Zeitung ihn nicht für ein geeignetes Thema zur Aufklärung gehalten.

Woher kommt das Wort Cocktail? Auf diese Frage gibt es viele Antworten, und keine ist wirklich zufriedenstellend. Eine meiner Lieblingsgeschichten stammt allerdings aus The Booze Reader: A Soggy Saga of a Man in His Cups, von George Bishop: „Das Wort selbst stammt vom englischen cock-tail ab, das sich Mitte des 19. Jahrhunderts auf eine Frau von leichter Tugend bezog, die als begehrenswert, aber unrein galt. Das Wort wurde von im Ausland lebenden Engländern importiert und abwertend auf die neu erworbene amerikanische Angewohnheit angewandt, guten britischen Gin mit fremden Stoffen, einschließlich Eis, zu verfälschen. Das Verschwinden des Bindestrichs fiel mit der allgemeinen Akzeptanz des Wortes und seinem Reexport zurück nach England in seiner heutigen Bedeutung zusammen.“ Natürlich kann das nicht stimmen, da das Wort vor Mitte des 19. Jahrhunderts auf ein Getränk angewandt wurde, aber es ist trotzdem unterhaltsam, und die Definition von „begehrenswert, aber unrein“ passt hervorragend zu Cocktails.

Eine entzückende Geschichte, die 1936 im Bartender, einer britischen Publikation, veröffentlicht wurde, beschreibt, wie englischen Seeleuten „vor vielen Jahren“ in einer mexikanischen Taverne Mixgetränke serviert wurden. Die Getränke wurden mit „der feinen, schlanken und glatten Wurzel einer Pflanze umgerührt, die aufgrund ihrer Form Cola de Gallo genannt wurde, was auf Englisch ‚Cock’s tail‘ bedeutet.“ Die Geschichte besagt weiter, dass die Seeleute den Namen in England populär machten, und von dort aus fand das Wort seinen Weg nach Amerika.

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