Maximilian I.: Ehe und Nachkommen

Maria (1457-1482) war das einzige Kind von Herzog Karl dem Kühnen und Isabella von Bourbon. Sie verlor ihre Mutter, als sie acht Jahre alt war, und wurde anschließend von ihrer Stiefmutter Margarete von York erzogen, zu der sie ein herzliches Verhältnis hatte. Im Jahr 1477, unmittelbar nach dem Tod ihres Vaters, fand die geplante Heirat mit Maximilian statt. Aus Gründen der politischen Opportunität geschlossen, wurde aus der Verbindung eine feste Partnerschaft.

Aus der fünfjährigen Ehe gingen drei Kinder hervor:

Der älteste Sohn Philipp (1478-1506), genannt der Schöne, hatte als Erbe Burgunds und Ehemann der spanischen Erbin Johanna (der Wahnsinnigen) eine glanzvolle Zukunft vor sich, die jedoch mit seinem frühen Tod im Alter von nur achtundzwanzig Jahren abrupt enden sollte. Er war das Bindeglied zwischen den beiden Herrschaftskomplexen in Burgund und Spanien, die für die Geschichte der habsburgischen Dynastie von großer Bedeutung sein sollten.

Die Tochter Margarete (1480-1530) war ursprünglich auch Teil der Heiratspolitik ihres Vaters. Im zarten Alter von drei Jahren wurde sie dem französischen Kronprinzen versprochen. Die Ehe kam jedoch nie zustande. Nach zwei Ehen, die beide wegen des frühen Todes ihrer Ehemänner nur von kurzer Dauer waren, wurde sie zur Statthalterin der Niederlande ernannt, was ihr eine wichtige politische Stimme innerhalb der Dynastie verlieh.

Marys jüngstes Kind war ein Sohn namens Franz, der nur wenige Monate nach seiner Geburt 1481 starb.

Nach dem frühen Tod Marias im Alter von fünfundzwanzig Jahren infolge eines Reitunfalls im Jahr 1482 begann Maximilian, eine Ehe mit Anne, der Erbin des Herzogtums Bretagne, auszuhandeln. Die Heirat fand 1490 statt, wurde aber 1492 noch vor der Vollziehung annulliert, da der französische König Karl VIII. nun selbst Anne heiraten wollte. Dies war für die Habsburger doppelt peinlich, da Maximilians Tochter Margarete schon seit einiger Zeit mit König Karl verlobt war. Margarete, die seit ihrer frühesten Kindheit in Frankreich gelebt hatte und für ihre zukünftige Position als Königin erzogen und gebildet worden war, wurde nun zu ihrem Vater zurückgeschickt. Dies war eine demütigende Niederlage für Maximilian, und Karl sollte sein lebenslanger Widersacher werden.

Der Kaiser war erfolgreicher in seinen Bemühungen, die Hand von Bianca Maria Sforza (1472-1510) zu gewinnen, und das Paar wurde 1493 verheiratet. Das früh verwaiste Mädchen war Maximilian von einem ihrer Verwandten, Ludovico „il Moro“, angeboten worden, der eine Verbindung mit dem Kaiser anstrebte, um seine unter dubiosen Umständen entstandene Herrschaft über Mailand zu legitimieren. Maximilians Beweggründe lagen wiederum in der beträchtlichen Mitgift der Braut. Das erste Treffen zwischen dem Paar fand erst ein ganzes Jahr nach der Hochzeit statt, bei der Maximilian durch einen Lehnsmann vertreten war. Bianca wurde von Maximilian vernachlässigt und manchmal sogar entwürdigend behandelt. Ihr Mann hielt auch ihre Finanzen fest im Griff und sie hatte Schwierigkeiten, ihr Gefolge zu versorgen. Sie starb 1510, nachdem sie die letzten Jahre ihres Lebens in Abgeschiedenheit und politischer Isolation verbracht hatte. Die Ehe blieb kinderlos.

Neben den Kindern aus seiner ersten Ehe hatte Maximilian eine Reihe von unehelichen Nachkommen. Zwei Söhne namens Georg und Cornelius sind dokumentiert, wobei nicht sicher bekannt ist, wer deren Mutter war. Einige Quellen sprechen von einer bürgerlichen Frau aus Salzburg, andere von einer niederländischen Adeligen. Beide Söhne waren für die Kirche bestimmt. Der ältere Sohn Georg (ca. 1505-1557) wurde sogar kurzzeitig als Kandidat für den erzbischöflichen Thron in Salzburg gehandelt, machte aber eine Karriere als Diplomat und starb als Bischof von Lüttich. Über das Leben des jüngeren Sohnes Cornelius (geb. ca. 1507) ist wenig bekannt, auch sein Todesdatum ist unbekannt.

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