Gehirnwäsche

Nach Jeffrey K. Hadden kam das Konzept der Gehirnwäsche erstmals während des Koreakrieges in den 1950er Jahren in den öffentlichen Gebrauch als Erklärung dafür, warum einige amerikanische GIs zu den Kommunisten überzulaufen schienen. Die Gehirnwäsche bestand aus der Vorstellung, dass die chinesischen Kommunisten eine geheimnisvolle und effektive Methode entdeckt hatten, um tiefe und dauerhafte Verhaltensänderungen bei Kriegsgefangenen hervorzurufen.

Die Idee war zentral für den Film The Manchurian Candidate von 1962, in dem ein Soldat durch eine Gehirnwäsche in einen Attentäter verwandelt wurde. Sie ist auch zentral in Die Akte Ipcress, wo Michael Cain versucht, sich gegen seine Umprogrammierung zu wehren.

Zwei Studien über die Überläufer im Koreakrieg von Robert Lifton und Edgar Schein kamen zu dem Schluss, dass „Gehirnwäsche“ ein ungeeignetes Konzept ist, um diesen Verzicht auf die US-Staatsbürgerschaft zu erklären. Sie stellten fest, dass die Chinesen keine systematische Umerziehung durchführten. Die Chinesen waren jedoch in der Lage, einige von ihnen dazu zu bringen, antiamerikanische Aussagen zu machen, indem sie die Gefangenen unter harte Bedingungen der Entbehrung stellten und ihnen dann bequemere Situationen wie bessere Schlafplätze, besseres Essen, wärmere Kleidung oder Decken anboten. Dennoch stellten die Psychiater fest, dass selbst diese Maßnahmen bei den meisten Menschen ziemlich unwirksam waren, wenn es darum ging, ihre Grundeinstellung zu ändern. Im Grunde konvertierten die Häftlinge nicht wirklich zum Kommunismus. Vielmehr verhielten sich viele von ihnen so, als ob sie es täten, um die plausible Bedrohung durch extremen physischen Zwang zu vermeiden. Außerdem taten die wenigen Häftlinge, die durch kommunistische Indoktrination beeinflusst wurden, dies aufgrund von Motiven und Persönlichkeitsmerkmalen, die bereits vor der Inhaftierung bestanden.

Gehirnwäsche in Gruppen

Eine andere häufige Verwendung des Begriffs Gehirnwäsche betraf religiöse Sekten. Es wurde behauptet, dass sie neue Mitglieder rekrutieren würden, indem sie sie von ihrer Familie und ihren Freunden isolierten (z.B. indem sie sie zu einem Camp am Ende des Semesters nach der Universität einluden), ein Schlafentzugsprogramm arrangierten (Gebetstreffen um 3 Uhr morgens) und sie lauten und sich wiederholenden Gesängen aussetzten. Religiöse Gehirnwäsche beinhaltete eher Love Bombing als Folter. Die meisten Anti-Kult-Aktivisten akzeptieren jetzt, dass die Gehirnwäsche-Theorie diskreditiert wurde. Einige Anti-Kult-Aktivisten haben begonnen, stattdessen den Begriff Gedankenkontrolle zu verwenden.

Gegenwärtig wird der Begriff Gehirnwäsche von den meisten Psychologen und Sozialwissenschaftlern nicht verwendet, und die während des Koreakrieges angewandten Methoden der Überredung und des Zwangs werden nicht als esoterisch angesehen.

Das Wort „Gehirnwäsche“ wird immer noch informell verwendet, um jemanden zu beschreiben, der starke Ideen vertritt, die unplausibel und völlig resistent gegen Beweise, gesunden Menschenverstand, Erfahrung und Logik sind. Vor allem, wenn diese Ideen unter äußerem Einfluss entstanden sind, z.B. durch Bücher, Fernsehsendungen, andere Menschen oder eine religiöse Organisation.

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